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Reisebericht Cabo Verde 2011

 

 

Kapverdische Inseln

Die Kap­verdischen Inseln (kurz: Kap­verden) sind eine Insel­gruppe mit 9 be­wohnten Inseln, die ca. 560 Kilo­meter westlich von Dakar liegen. Ehemals eine portu­giesische Kolonie, sind die Inseln seit 1975 der unab­hängige Staat "República de Cabo Verde".

 

Segeltörn vom 13.02.2011 bis 26.02.2011

Organisation:
DHH Yachtschule Elba (YSE)

Skipper:
Christian Schnelting

Crew:
Wolfgang Valentin, Wolfgang Lages, Felix Behle, Manfred Börker, Helmut Neubauer

 

 

Der Entschluss

Kurzentschlossen, nach zwei Tagen Bedenkzeit, sagte ich ja, ja zum Cabo-Verde-Törn. Christian sprach mich auf dem DHH-Treff der "Boot" in Düsseldorf an, ob ich Lust hätte mitzukommen. Da Wolfgang Valentin die Inseln nur aus der Ferne gesehen hatte, sagte auch er zu. Flug buchen, Visum beantragen, alles in einer Woche erledigen.

 

Samstag, 12. Februar 2011

Uns erwarteten 28°C und Sonne pur, der krasse Gegensatz zu unserem Wetter.

21 Stunden Anreisezeit und wir waren in Mindelo, der Hafenstadt auf Sao Vicente. Samstag um 9:00 Uhr klingelte ich Christian aus dem Bett, eine halbe Stunde später frühstückten wir zusammen in Casa Cafe Mindelo. 13:00 Uhr Übernahme der Yacht, eine Dufour 455 mit Namen "Sea Pearl". Während Christian die Übernahme regelte, kauften Wolfgang V. und ich (Wolfgang L.) einen Teil des Proviants ein. Manfred meldete sich auch schon mal, fuhr aber später wieder in sein Hotel.

 

Sonntag, 13. Februar 2011

Hallo … Halloooooo. Sonntagmorgen 8:00 Uhr. Ich, dicke Augen, noch nicht ganz klar, verholte mich zum Niedergang. Felix grinste mich an und stellte sich vor. "Na, dann komm mal an Bord". Wolfgang und Christian krochen jetzt auch aus ihren Kojen. Mittags kam Manfred, fehlte nur noch Helmut.

 

Montag, 14. Februar 2011

Am Montag (Wolfgang Valentins Namenstag) ist Törnbesprechung.

Wetter: Wind ENE 5 Bft, Welle ca. 3,5 m . Für mich als Ostsee-Segler ist eine Welle von 3,5 m schon mächtig beeindruckend. Felix wurde für den täglichen Motorcheck eingeteilt.

Santo Antao: Den NW-Abschluss der Kapverden bildet die Insel Santo Antao. Sie ist die gebirgigste und landschaftlich eindruckvollste.

11:40 Leinen los. Ziel war Tarrafal de Monte Trigo, auf Santo Antao. Eine schöne kleine Bucht mit schwarzem Sand. An der Südwest-Spitze von Santo Antao zerriss trotz Reff die Genua im oberen Teil in einer Bö mit über 40kn Wind. Einrollen und nur mit dem Groß weiter. In der Abdeckung der Insel war dann der Wind weg und wir machten den Moppel an. Gegen 16:00 Uhr lagen wir vor Anker. Christian und Manfred fuhren mit der Gummisau an Land um Kontakt mit der Basis in Mindelo aufzunehmen. Denn diese geschützte Bucht ist auch vor Handystrahlen geschützt. Die Genua musste ja gewechselt werden. Am Abend ein Buffet bei Susi (Amerikanerin) und Frank (Deutscher). Die dort "gestrandeten" Segler haben sich ein kleines idyllisches Hotel aufgebaut. Danach ein "Fettabscheider": Der Grogue, ein Zuckerrohrschnaps, fegte einem alle Viren aus der Kehle. Nach einem Sundowner von Susi brachten uns wegen der Brandung Fischer wieder auf die "Sea Pearl". Ich hatte die erste Ankerwache von Mitternacht bis 3:00 Uhr.

 

Dienstag, 15. Februar 2011

Am Dienstag ging es schon früh los. Wir mussten in den Canal von Sao Vicente, gegen Wind und gegen Wellen. 3m Welle aus NO und 8 Bft aus N, da fällt schon mal einer aus. Nach ca. 7 Stunden waren wir wieder in Mindelo. An der Hafen-Tankstelle erwartete uns eine dunkelhäutige Schönheit, die mich beim Anlegen irritierte. Hat aber doch geklappt. Fotos wurden geschossen und sie genoss es, bewundert zu werden. Für die Crew der Basis begann jetzt die Arbeit, doch hetzen lässt sich hier keiner. Getriebecheck, Genua tauschen und Windex anbringen dauerte bis zur Dämmerung. Abendessen in Mindelo, leckerer Thun, Wein und Super Bock (WVs Lieblingsbier), ein schöner Abend.

 

Mittwoch, 16. Februar 2011

Am Mittwoch wurde wieder am Getriebe gearbeitet. Die Hydraulik funktionierte nur gelegentlich – und wenn, dann stark verzögert. Das machte die Anleger immer spannend, aber auf Dauer langweilte uns das. Endlich war es dann soweit. Die Wachen wurden eingeteilt und um 13:00 Uhr hieß es "Leinen los". MOB-Manöver im Vorhafen, damit der Skipper sieht, dass wir ihn notfalls wieder an Bord holen können. Wettervorhersage: NO 4-5 Bft später 3-4 aus N, doch der Wind kam aus NE-ESE mit bis zu 8 Bft.

Sao Nicolao.

Für Strandurlauber, Wassersportler, Hochseeangler und Mountainbiker ist Sao Nicolau attraktiver als die anderen gebirgigen Inseln, aber wenig erschlos­sen, weil die Verkehrsanbindung noch schwach ist.

Unser erstes Ziel auf Sao Nicolau war die Bucht von Carrical. Ein kleines Missgeschick meinerseits, kurz nach dem Auslaufen in Mindelo am Leucht­feuer nahe Sao Pedro, soll nicht näher erwähnt werden. Nur so viel, es gab keinen Kaffee.

 

Donnerstag, 17. Februar 2011

Am folgenden Tag, um 07:00 Uhr, ließen wir den Anker fallen. Die letzten Meilen liefen wir unter Maschine, damit sich die Akkus wieder aufladen konnten. Abhängen, Wunden lecken und schlafen war erstmal angesagt. Christian machte den Teig für ein Brot zurecht und schob es in den Backherd. Wolfgang V. und Felix hielten Ankerwache, der Rest fuhr mit der Gummisau an Land. Helmut, unser Dolmetscher, übernahm an Land die Verhandlungen. Antonio begleitete uns und zeigte alles worauf die Bewohner stolz sind, auch wenn es schon lange nicht mehr funktioniert. Eine alte Fischfabrik, seit 20 Jahren nicht mehr in Betrieb, eine Wasseranlage mit Zisterne und Waschplatz seit 10 Jahre kaputt. Wieder an Bord sorgte Felix für das Abendessen, ich assistierte bzw. stand im Weg rum. 18:00 Uhr ging der Anker wieder auf. Kompasskurs 120°, Groß und Genua zu 50% gesetzt. Hinter der Abdeckung wieder 5-6 Bft  Wind aus NE. Mit Speed von 4-6 kn fuhren wir zu unserem nächsten Ziel.

 

Freitag, 18. Februar 2011

Boa Vista.

Meer, Sonne und Sand locken Gäste und Investoren. Eine Clubanlage der Hotelkette RIU und weitere Hotels bringen den Tourismus auf die Insel.

Gegen 15:30 Uhr fielen unsere beiden Anker mit 50 m Kette auf 5 m Wassertiefe hinab.

Praia de Carlota / Sal Rei.

Ein zufällig vorbei  tuckernder Fischer nahm uns mit an Land. Wolfgang V. blieb an Bord und übernahm die Ankerwache. Ein Stadtrundgang mit Abendessen und anschließender Rückfahrt mit unserem Fischer beendete den ersten Aufenthalt auf Boa Vista. An Bord noch diverse Getränke und bis auf die Ankerwache krochen alle in die Kojen.

 

Samstag, 19. Februar 2011

Bruno, der Mann für alle Aufgaben, in Sal Rei wurde angerufen und er schickte uns einen Fischer zur "Sea Pearl", der uns wieder an Land brachte. Der Skipper übernahm diesmal die Ankerwache und verdonnerte mich, einen Arzt aufzusuchen, der sich meine vom Kaffeekochen verursachte Verletzung ansehen sollte. Bruno erwartete uns im Hafen, Helmut und Manfred verhandelten mit ihm eine Inselrundfahrt im Aluguer – so heißen auf den Kapverden die Sammeltaxis. Vorher ging ich, wie dem Skipper versprochen, ins Hospital. Helmut und Bruno begleiteten mich. Anschließend sahen wir Cabo Santa Maria, Deserto Viana, eine Kamelstation, einen RIU Hotel-Komplex und eine alte Kalkfabrik, die schon Jahre nicht mehr produziert. Als lukullischen Abschluss nahmen wir das Nationalgericht "Cachupa" mit an Bord. Jeder bekam eine gute Portion auf den Teller. Der Rest fand seinen Platz in der Kühltruhe. (Rezept – siehe Anhang). Zum Runterspülen gab es wieder diverse Getränke.

 

Sonntag, 20. Februar 2011

Christian holte das Wetter: NNO 3-4 Bft. Welle 2-2,5 m, gegen 11:00 Uhr Anker auf. Generalkurs 285°. Alle 4 Stunden Wachwechsel, keine besonderen Vorkommnisse. Groß und Genua gerefft, Groß und Genua ausgerefft, mal so mal so.

 

Montag, 21. Februar 2011

Ankunft in Porto do Tarrafal auf Sao Nicolau 04:20 Uhr. Anker auf 12 m, Kette voll raus. Manfred  hatte die Ankerwache noch bis 06:00 Uhr danach war ich dran. Um 10:30 Uhr verholten wir die "Sea Pearl" an einen anderen Ort, dichter an die Kaimauer. Die Gummisau wurde wieder aus der Segellast geholt und startklar gemacht, Skipper, Helmut u. Manfred fuhren an Land, auf jeder Insel muss man Ein- und Ausklarieren. Am Abend ein leckeres Essen in einem kleinen Restaurant. Zu dem Fisch gab es dann Wein und Bier, der Fisch will ja schwimmen.

 

Dienstag, 22. Februar 2011

Am nächsten Tag stand der Landausflug auf Sao Nicolau an. Diesmal übernahm ich die Ankerwache und zauberte ein leckeres Brot. Die Gasflasche musste zwischendurch gewechselt werden, hat dem Brot aber nicht geschadet.

Sao Nicolau wird bei den Kapverdentörns meist nur als Übernachtungsstop genutzt. Dabei hat die Insel, wie wir sehen durften, so viele sehenswerte Ecken, dass die Crew sie neben Sao Antao mit als die schönste ursprünglichste Insel empfand.

Viele grüne Ecken, mit der Stadt Ribeira Brava eine beschauliche Stadt, die zum verweilen einlädt. Kurzum – ein toller Landausflug für die Crew.

 

Mittwoch, 23. Februar 2011

Letzter Tag auf See bzw. dem Atlantik. Wind NO 4 Bft. 2,4 m Welle  Generalkurs 305°, 07:45 Uhr Anker auf. Groß und Genua auf 50 %, Groß und Genua ausgerefft, Groß und Genua gerefft, wie gehabt. 15:30 Uhr Motor an, Segel geborgen. 15 Min später die Süße von der Tankstelle geweckt, 16:10 Uhr wieder fest in der Marina Mindelo.

Törnmeilen gesamt 382 nm, 290 unter Segel und 92 unter Motor.

Es war ein schöner Törn und ich hab auch viel vom Skipper gelernt.

 

Donnerstag, 24. Februar 2011

Am Donnerstag machten wir noch einen Landausflug über die Insel Santo Antao. Noch mal früh aus der Koje, zur Fähre und rüber nach Porto Novo. Mit einem Aluguer fuhren wir über den östlichen Teil der Insel. Mittagessen und Besichtigung einer Brennerei in Paul (die Betonung liegt auf dem u), um 16:00 Uhr mussten wir wieder auf der Fähre sein. Abendessen in einem "französischen Restaurant" mit Fisch und Steak, Wein und Super Bock.

 

Das Rezept: Cachupa

La cachupa è il piatto nazionale e non può mancare sulla tavola di ogni famiglia capoverdiana. È un cibo che non richiede una preparazione elaborata, ma è particolarmente ricco di calorie e molto nutriente. A seconda delle famiglie più o meno abbienti, la cachupa viene preparata con ingredienti diversi, aggiungendo la carne, ad esempio, piú costosa, oppure il pesce che a Capo Verde costa pochissimo, ma sempre rispettando quelli di base che sono il mais i fagioli, le patate e la manioca. Può essere consumata a pranzo, oppure come prima colazione, ma, in ogni caso, fa da piatto unico.

oder: vom Chefkoch
250 Gramm Maismehl,(natürlich selbstgestampft)
250 Gramm Bohnen
(gekochte oder getrocknete, die vom Vortag schon eingeweicht sind)
1 grüne Banane
4 Kartoffeln
2 Süßkartoffeln
ein paar Tomaten
etwas Kohl
ein wenig Kürbis (wenn Saison)
eine grüne Paprika
250 Gramm Fisch (es gibt da keine Vorlieben - wenn gewünscht, auch
etwas Trockenfleisch oder Wurst)
3 Lorbeerblätter
1 Zwiebel
Suppenbrühwürfel
Olivenöl
Piment

Zubereitung:

In einen Topf 4-5 Liter Wasser hinein geben und die Trockenbohnen mindestens zwei Stunden kochen - wenn keine Trockenbohnen, dann weniger Wasser nehmen. Dann sowohl die Bohnen, als auch das Maismehl dazugeben, mit einem Suppenbrühwürfel salzen und aufkochen. Das Gemüse klein schneiden und dazugeben, das Trockenfleisch dazu. Wieder mindestens auf mittlerer Flamme eine halbe Stunde kochen.
In einen weiteren Topf Öl hinein geben und den Knoblauch und die Zwiebel anbraten, dann die grüne Paprika auch dazugeben, ein bisschen Wasser und dünsten. Dann auf ganz schwachem Feuer den Fisch dazugeben und eine halbe Stunden alles köcheln lassen.
Dann die beiden Töpfe zusammenmengen, mit Piment, Salz, Pfeffer abschmecken und eine gute halbe Stunde abwarten, damit es etwas zieht.

 

Autoren: Wolfgang Lages, Christian Schnelting

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